Aktualisiert für 2026

Mehrwertsteuersätze in Deutschland 2026

Deutschland kennt drei relevante Umsatzsteuersätze: den Regelsatz von 19 %, den ermäßigten Satz von 7 % und einen Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen. Zum 1. Januar 2026 kommt eine bedeutende Änderung: Speisen in der Gastronomie werden dauerhaft mit 7 % besteuert. Auf dieser Seite findest du alle aktuellen Sätze, ihre Anwendungsbereiche und die Rechtsgrundlagen nach § 12 UStG.

19 %
seit 2007

Regelsatz

§ 12 Abs. 1 UStG

Der Standardsteuersatz. Er gilt automatisch, sofern keine Ausnahme aus § 12 Abs. 2 UStG greift.

  • Elektronik & Möbel
  • Kleidung & Schuhe
  • Handwerk & Reparaturen
  • Beratung & Software
  • Alkohol & Tabak
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7 %
seit 1983

Ermäßigter Satz

§ 12 Abs. 2 UStG, Anlage 2

Entlastet Güter des täglichen Bedarfs, Kultur und Mobilität. Ab 2026 zusätzlich dauerhaft für Gastronomie-Speisen.

  • Lebensmittel (ohne Getränke)
  • Bücher, E-Books, Zeitungen
  • ÖPNV bis 50 km
  • Hotelübernachtungen
  • Theater, Museen, Kunst
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0 %
seit 2023

Nullsteuersatz

§ 12 Abs. 3 UStG

Kein echter dritter Satz, sondern eine gezielte Ausnahme: PV-Anlagen auf Wohngebäuden bis 30 kWp.

  • Photovoltaikmodule
  • Wechselrichter & Speicher
  • Montage der PV-Anlage
Neu ab 1. Januar 2026

Was ändert sich 2026?

Die Bundesregierung hat den ermäßigten Gastro-Steuersatz wieder eingeführt, diesmal dauerhaft. Für Gäste, Wirte und Buchhaltung bedeutet das weniger Steuer auf jede servierte Mahlzeit.

Restaurantspeisen: 7 %

Alle vor Ort verzehrten Speisen fallen dauerhaft auf 7 %. Vor 2026 galten 19 %.

Getränke bleiben 19 %

Alkoholische wie nicht-alkoholische Getränke unterliegen weiter dem Regelsatz.

Take-away weiterhin 7 %

Speisen zum Mitnehmen waren schon vorher ermäßigt, das bleibt so.

Rechnungspflicht E-Rechnung

Ab 2026 verpflichtend im B2B: strukturierte E-Rechnungen (XRechnung, ZUGFeRD).

Der Regelsatz von 19 % im Detail

Der Regelsteuersatz von 19 % gilt in Deutschland seit dem 1. Januar 2007. Zuvor lag er seit 1998 bei 16 %. Die Anhebung um drei Prozentpunkte war die größte in der Geschichte der deutschen Umsatzsteuer. Rechtsgrundlage ist § 12 Abs. 1 UStG. Immer wenn kein Ausnahmetatbestand greift, kommt automatisch der Regelsatz zur Anwendung. Wie du den Steueranteil aus einem Preis herausrechnest, zeigen wir Schritt für Schritt im Mehrwertsteuer Rechner.

Der 19 %-Satz betrifft die überwiegende Mehrheit aller Umsätze: Konsumgüter wie Elektronik, Möbel und Kleidung, Dienstleistungen wie Handwerk, IT-Beratung, Rechts- und Steuerberatung sowie sämtliche digitale Produkte. Auch Autos, Kraftstoffe, Alkohol und Tabak liegen im Regelsatz. Für Selbstständige heißt das: Wer keine Kleinunternehmerregelung nutzt, muss 19 % ausweisen und ans Finanzamt abführen, kann aber Vorsteuer aus Eingangsrechnungen ziehen.

Der ermäßigte Satz von 7 %

Der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 % dient der gezielten Entlastung. Er gilt seit 1983 in dieser Höhe und wird in Anlage 2 zum UStG abschließend aufgezählt. Betroffen sind Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch, Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse. Getränke sind ausdrücklich ausgenommen und werden mit 19 % besteuert, mit Ausnahme von Milch und Milchmischgetränken.

Neben Lebensmitteln greift der 7 %-Satz bei kulturell und sozial bedeutsamen Leistungen: Bücher und E-Books (seit 2019 gleichgestellt), Zeitungen, Zeitschriften, Eintritt zu Theatern, Konzerten und Museen sowie im öffentlichen Nahverkehr bis 50 Kilometer. Auch die reine Übernachtung im Hotel wird ermäßigt besteuert, das Frühstück dagegen weiterhin mit 19 %. Wer Preisnachlässe auf ermäßigte Produkte berechnen möchte, findet passende Formeln im Rabattrechner.

Der Nullsteuersatz für Photovoltaik

Seit dem 1. Januar 2023 gilt in § 12 Abs. 3 UStG ein Nullsteuersatz für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen auf und in der Nähe von Wohngebäuden bis 30 kWp Bruttoleistung. Der Nullsteuersatz ist rechtlich keine Steuerbefreiung, sondern ein vollwertiger Steuersatz von 0 %. Für Käufer heißt das: Netto- und Bruttopreis sind identisch, es fällt keine Vorfinanzierung der Umsatzsteuer an. Für Handwerksbetriebe bleibt der Vorsteuerabzug für Einkäufe erhalten, ein wichtiger Unterschied zur echten Befreiung nach § 4 UStG.

Historische Entwicklung der Steuersätze

Die Umsatzsteuer wurde 1968 mit einem Regelsatz von 10 % und einem ermäßigten Satz von 5 % eingeführt. Über die Jahrzehnte wurde sie kontinuierlich erhöht, um Haushaltslöcher zu stopfen. Der aktuelle Regelsatz von 19 % gilt seit 2007. Eine Ausnahme war die Corona-Senkung im zweiten Halbjahr 2020, als Regelsatz und ermäßigter Satz vorübergehend auf 16 % beziehungsweise 5 % sanken.

Umsatzsteuer in Deutschland seit 1968

Historische Sätze im Überblick

Jahr Regelsatz Ermäßigt Anmerkung
1968 10,0 % 5,0 % Einführung der Mehrwertsteuer in Deutschland
1978 12,0 % 6,0 % Erste Anhebung
1983 14,0 % 7,0 % Ermäßigter Satz erstmals bei 7 %
1993 15,0 % 7,0 % EU-Harmonisierung
1998 16,0 % 7,0 % Anhebung Regelsatz
2007 19,0 % 7,0 % Drei-Punkte-Sprung durch Große Koalition
2020 16,0 % 5,0 % Corona-Senkung, nur 2. Halbjahr
2023 19,0 % 7,0 % Zusätzlich 0 % für Photovoltaikanlagen
2026 19,0 % 7,0 % Gastro-Speisen dauerhaft bei 7 %

Steuersätze nach Kategorie

In welchen Alltagssituationen fallen 19 %, 7 % oder gar keine Mehrwertsteuer an? Diese Kategorien zeigen die häufigsten Fälle mit konkreten Beispielen.

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Häufige Fragen zu Steuersätzen

Welche Mehrwertsteuersätze gelten 2026 in Deutschland? +

Der Regelsatz liegt weiterhin bei 19 %, der ermäßigte Satz bei 7 %. Neu ab 1. Januar 2026: Speisen in der Gastronomie werden dauerhaft mit 7 % besteuert. Für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp gilt seit 2023 ein Nullsteuersatz.

Wann greift der ermäßigte Satz von 7 %? +

Bei Grundnahrungsmitteln, Büchern, Zeitungen, E-Books, ÖPNV bis 50 km, Hotelübernachtungen, Theater-, Konzert- und Museumseintritten, Kunst und ab 2026 auch bei Restaurantspeisen. Die abschließende Aufzählung steht in Anlage 2 zum UStG.

Was ist der Unterschied zwischen 19 % und 7 %? +

Der Regelsatz von 19 % ist der Standard und gilt für alle Waren und Dienstleistungen, für die keine Ausnahme greift. Der 7 %-Satz entlastet gezielt Güter des täglichen Bedarfs und kulturell bedeutsame Leistungen.

Gilt der 7 %-Satz für Getränke im Supermarkt? +

Nein. Getränke sind vom ermäßigten Satz ausgenommen und werden auch beim Kauf im Supermarkt mit 19 % besteuert. Ausnahme: Milch und Milchmischgetränke mit einem Milchanteil von mindestens 75 %.

Wie hoch ist die Mehrwertsteuer für Handwerksleistungen? +

Handwerks-, Reparatur- und Beratungsleistungen unterliegen dem Regelsatz von 19 %. Auch Restaurantgetränke, Alkohol und Take-away-Getränke werden mit 19 % besteuert.

Was ist der Nullsteuersatz? +

Der Nullsteuersatz (0 %) gilt seit 2023 für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen auf oder in der Nähe von Wohngebäuden bis 30 kWp. Anders als eine Steuerbefreiung erlaubt er den Vorsteuerabzug beim Verkäufer.

Alle Mehrwertsteuersätze auf einen Blick

Ob 19 % Regelsatz, 7 % ermäßigt oder 0 % für Photovoltaik: Auf mehrwert-steuer-rechner.de berechnest du jeden Satz in Sekunden. Für weiterführende Themen empfehlen wir den Brutto-Netto Rechner, den Gewerbesteuer Rechner und den Inflationsrechner für die reale Kaufkraft.

Alle Angaben ohne Gewähr. Rechtsverbindliche Auskünfte erteilt das zuständige Finanzamt oder ein Steuerberater. Stand: 2026.